Meine Leitgedanken zu Mobilität, Verkehr und Energie
Mobilität ist die Freiheit, sich bewegen zu können - geistig oder körperlich. Immanuel Kant hat Königsberg fast nie verlassen, war gedanklich aber hoch mobil. Ein Arbeiter, der jeden Tag zig Kilometer mit dem Auto pendeln muss und Stunden hinter dem Lenkrad verbringt, ist gefangen in seinem Tagesmuster. Ein Digital Bohemian, der im Internet zu Hause ist und von zu Hause mit der Welt kommuniziert, kann fast alle Orte erreichen. Ein Ehepaar, das jedes Jahr an den selben Strand auf der Dominikanischen Republik fliegt, hat eine enorme Kilometerleistung - ist es deswegen aber mobil?
Verkehr, also die physische Bewegeung von Menschen und Gütern, ist immer mit dem Verbrauch von Energie verbunden. Energie ist knapp und kostbar, und zumindest die fossilen Ressourcen auf der Erde sind endlich. Dazu kommt, dass uns nicht mehr viel Zeit bleibt, um den Klimawandel auf ein für uns erträgliches Maß zu begrenzen. Deswegen ist mein Grundgedanke in diesem Thema die Effizienz, der sorgsame, vernünftige und verhältnismäßige Umgang mit Energie. Das hat nicht unbedingt mit Verzicht zu tun, sondern einfach mit der Idee, Verschwendung zu vermeiden.
Wir können immer die nach menschlichen Maßstäben sinnvollste und schlaueste Art und Weise wählen, ans Ziel zu kommen. Ein Auto, in dem nur ein oder zwei Personen sitzen, verbraucht nicht nur unverhältnismäßig viel Energie, sondern stößt auch zu viel klimaschädliches CO2 aus und nimmt zu viel Platz weg, verursacht Lärm und gefährdet die Sicherheit der unmotorisierten Verkehrsteilnehmer. Das ist nicht nur eine Frage von Effizienz, sondern auch von Gerechtigkeit - Radfahrer, ÖPNV-Nutzer oder Fußgänger haben die gleichen Rechte, verursachen aber in der Regel viel weniger dieser negativen Folgen. Gleichzeitig leiden diese Vielen unter dem übermäßigen Autoverkehr der Wenigen.
Schlaue Mobilitätskonzepte setzen auf die Kombination bzw. Integration aller Verkehrsträger, und bevorzugen sie auf den Gebieten, auf denen sie ihre jeweiligen größten Vorteile und Stärken haben. Die Füße sind das beste "Fahrzeug" für kurze Wege, mit dem Fahrrad kann man fast alle Ziele in der Stadt erreichen, und Bus und Bahn bringen uns bei schlechtem Wetter oder über große Entfernungen an unser Ziel. In der Kombination dieser Angebote entsteht eine funktionierende, intelligente Wegekette. Ein kleines, leichtes und sparsames Auto ist in ländlichen Regionen oder für den Großeinkauf oft unschlagbar. Dieses kann man aber auch teilen (Carsharing) oder zusammen mit anderen nutzen, z.B. um morgens zur Arbeit ins weit außerhalb gelegene Gewerbegebiet zu kommen.
Wir müssen uns nur bewegen, dann können wir mobil sein. Ohne Auto ist's meistens schlauer.
